Zuckerentzug Tag 2 und Träume

Ein Blog ist ein Internet-Tagebuch, wurde mir erklärt. So werde ich es heute als dieses nutzen. Mir wird wieder einmal klar, dass ich ein schreibender Mensch bin. Sonnabendnachmittag habe ich zuletzt etwas Süßes gegessen.

Seitdem habe ich nicht viel gemacht, aber „es“ macht etwas mit mir.  Sonntag, Tag 1, gestern, ging ganz gut. Ich habe drei Mahlzeiten gegessen: eine Avocado am sehr späten Morgen, Lauch mit Tofu zum sehr späten Mittag und Süßkartoffel mit Karotten und Ziegenkäse am frühen Abend.

So lange und gut ich in der ersten Nacht geschlafen habe, so schlecht habe ich diese Nacht geschlafen. Die Entzugsschmerzen sind angekommen. Als da wären: Kopfschmerzen, Körperkrämpfe, merkwürdigerweise Hautbrennen am ganzen Körper, aber vielleicht liegt das an einem Körperöl.

Und Schwäche, die es mir schwer macht, mich zu bewegen. Eigentlich will ich nur ausruhen und das tue ich weitestgehend auch. Für heute hatte ich mir gestern bestimmte Dinge vorgenommen, aber so wie ich mich jetzt fühle, lasse ich das wahrscheinlich eher.

Ich bin froh, dass ich mir zum ersten Mal wirklich viel Zeit für mich genommen habe und in dieser Woche kaum Termine anstehen. So kann ich tun und lassen, was ich will. Wahrscheinlich wird es erst einmal eher „lassen“ sein.

So inaktiv ich im Äußeren bin, so aktiv ist meine Traumwelt. Mir träumte von meinem Elternhaus, welches kurz vor der Übergabe an die neuen Besitzer stand. Ich war aufgeregt irgendwie, wollte noch ein paar Dinge mitnehmen und wusste nicht, ob das geht. Meine Mutter schien sich keine Sorgen darum zu machen. Das würde klappen. Auch mein Vater war in Ruhe.

Es handelte sich um einen – in der Realität nie existenten – Spiegelschrank. In ihm befanden sich Kleidungsstücke aus meiner Jugend, die ich sehr mochte. Eher in Größe 34. Ein blau-weiß-rot gestreifter Ringelpullover, den ich sehr geliebt und beim Reiten getragen habe. Und Blusen und Jacken in pastelligen rosa-lachs-rot Farben, die es so damals nicht gab.

Dann goldene Lese-Stehlampen, fünf oder sechs an der Zahl. So viele gab es nicht. Ich habe  tatsächlich mehrere und eine gerade bei mir stehen. Efeu, der am Rand des Kamins wuchs – gab es nicht. Und dann in meinem Kinderzimmer einen Holzschrank aus der Wohnung, in der wir gelebt haben, als ich Kleinkind war. Auch diesen Schrank gab es so nicht, aber einen ähnlichen Tisch mit Schubladen. Die Holzmaserung mochte ich so gern. Im Traum sah diese Maserung auch der eines Schulpults ähnlich.

Zwei Lehnstühle und etwas dazugehöriges waren am Morgen überraschenderweise von einer mir nicht persönlich bekannten Olympia abgeholt worden. Meine Mutter sagte, das könne ich nicht wieder bekommen.

Ich erwachte und erfasste den Traum.

Es ging um geistige Dinge. In meiner Jugend war ich bei der gleichen Größe schlank, trug Größe 34. Ich liebte Pferde und bewegte mich viel. Die Blusen und Jacken haben die Farbe eines Sonnenaufgangs. In dem Spiegel kann ich mich selbst betrachten. Es geht um Aufbruch und eine bestimmte Rückverbindung zu Eigenschaften meiner Jugend, die mir im Laufe der Jahre ebenso wie mein schlankes Gewicht verloren gegangen ist.

Die Leselampen stehen für Licht, die sie ins Dunkel bringen und geistige Inhalte beleuchten. Der Efeu, der etwas eingetrocknet aber lebendig am Rand einer Feuerquelle wächst, steht für ein langes Leben und Gesundheit. Auch der Holzschrank mit der Maserung von Schultischen aus kindlichen Zeiten steht für Lernen und Rückverbindung zu etwas, dessen Inhalt ich noch nicht kenne. Die beiden Lehnstühle hat das Göttliche abgeholt. Sie sind weg. Meine Eltern sind nicht mehr hier. Sondern da.

Ich bin immer wieder fasziniert über die Sprache von persönlichen Träumen. Wie sie sich in dichter Symbolform so prägnant ausdrücken. Dieser Traum sagt mir viel. Worum es unter anderem bei meinem Zuckerentzug geht.

Ganz wichtig: Wir erhalten von unseren Eltern und Ahnen, ob wir sie kennen oder nicht, wichtige Qualitäten und Eigenschaften für unser Leben. Bei mir steht zum Beispiel der Efeu für einen grundsätzlich widerstandsfähigen langlebigen Körper. Er ist etwas eingetrocknet. Das heißt, ich habe ihn nicht gut behandelt. Aber er lebt. Wenn ich ihn jetzt pflege und ihm gebe, was er braucht, wird er wahrscheinlich wieder gesund und mir noch länger gut dienen.

Diesen Traum nenne ich einen persönlichen Traum. Er hat mit mir im Hier und Jetzt zu tun. Es gibt viele andere Arten von Träumen und Traumebenen. Es gibt Träume, in denen man astral reist, Träume aus anderen Leben, Träume, in denen man anderen hilft, Träume, in denen man total wach und bewusst ist. Wahre Begegnungen und Informationen, die man erhält über etwas, was gerade vor sich geht oder sich in Zukunft ereignen könnte. Träume, die man stellvertretend für andere träumt. Träume, in denen man wie man selbst jemand anderer ist…

Und vieles mehr. Ich kann es gerade nicht kategorisieren. Träume sind so vielfältig wie das Wachleben. Verschiedene Traumarten kann man daran erkennen, dass sie sich anders anfühlen. Das ist ein Hinweis, worum es gerade geht. Hierzu werde ich im Laufe der Zeit bestimmt noch kommen. Dann wenn es anliegt. Das ist das Schöne am Blog. Die Themen kommen wie im Traum zu bestimmten Zeiten. Ich muss nicht immer ganz genau wissen, warum jetzt dieses oder jenes zur Sprache kommt. Es hat einen tieferen Sinn in der Melodie des Lebens und wird jemanden erreichen, der dieses Wissen gerade braucht.

Bis dahin! Mit Gottes Segen!