Die Schleier werden wieder dünner

Eine besondere Zeit beginnt. Eine heilige Zeit möchte ich sagen. Zumindest bei uns hier in den nördlicheren Breiten. Die Schleier zwischen den Welten werden wieder dünner. Bis zum 6. Januar 2021 geht diese Zeit für mich, den Heiligen Drei Königen oder dem Orthodoxen Weihnachtsfest. Warum genau bis dahin? Das sind einfach meine Lebenserfahrungen. Danach bin ich wieder mehr im Außen, auch wenn es noch winterlich und kalt ist.

In diesem Zeitraum können wir leichter Einblicke in andere Welten und Dimensionen erhaschen. Vielleicht begegnen uns Verstorbene in Träumen oder anderswo, das Elfenvolk macht sich bemerkbar oder wir erfahren und sehen Dinge aus anderen Welten, für die es uns an Worten mangelt, weil es das so bei uns nicht gibt. Es kann einfach passieren, ohne dass wir aktiv danach suchen. Wenn das so ist, nehmen Sie es einfach an, als Geschenk dieser Zeit.

Heute war vielleicht das letzte Mal im Park, bei dem der Wind von Sonne beschienene goldgelbe Blätter von den Bäumen blies und ich mich wie „Sterntaler“ fühlte. Ganz bald sind diese Bäume kahl. Die Säfte zurückgezogen ins Innere, sind auch wir reduziert auf das Wesentliche. Das prachtvolle Kleid ist abgelegt. Das Wachsen im Frühling, die Pracht des Sommers, die Ernte im Herbst — das alles liegt hinter uns. Jetzt beginnt eine Ruhezeit, in der sich die Kräfte bündeln und sammeln. Wir sind im Inneren angekommen.

Doch man täusche sich nicht. In diesen Monaten, in denen im Außen nicht viel passiert, sind die Antennen klarer ausgerichtet auf den Empfang von anderem. Das Jahr wird verarbeitet und mit neuen Erkenntnissen ergänzt, die oft aus anderen Quellen zu uns gelangen. Neue Samen werden aktiviert. Dies alles kann dann im Frühjahr des neuen Jahres aufs Schönste erblühen, im Sommer Frucht tragen und im Herbst geerntet werden.

In diesem Jahr 2020 kommen zu Beginn dieser Zeit  noch mehr besondere Ereignisse zusammen als sonst. Heute vor Hunderten von Jahren schlug Martin Luther 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Kirche. Mit diesem Tag nahm der Protestantismus seinen Anfang.

Heute um 15.50 Uhr war der Vollmond exakt, wir treten in die abnehmende Mondphase ein, in der wir auf allen Ebenen vieles loslassen können, was wir nicht mehr brauchen. Der Abend dieses Tages mündet in die Nacht von Samhain, dem keltischen Fest zum Ende des Sommers, zu dem die dunkle Zeit beginnt.

Halloween ist eine andere Variante dieser Nacht, in der das Furchterregende dieser Nacht betont und auf moderne Art gefeiert wird. Und wenn der Morgen graut, sind wir im katholischen Allerheiligen angekommen, einem Kirchentag, der alle Heiligen auf einmal ehrt. Am Montag, den 2. November, begeht dann die Kirche Allerseelen. Ich bevorzugen neutral das Gedenken aller Seelen anstatt die unterweltliche Variante. In Deutschland beginnt an diesem Montag der zweite Lockdown wegen des exponentiell ansteigenden Infektionsgeschehens, am Dienstag entscheiden die USA per Wahl über ihr Schicksal.

Eine gute innerliche Zeit wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Sandra Kale